Im Rahmen unserer Vortragsreihe „Vom Spirituellen Kampf zum Sieg der Weisheit“ wollen wir von Oktober bis Dezember 2014 einen weiten, die verschiedenen Traditionen umspannenden Bogen fassen, um dieses facettenreiche Thema vielseitig zu beleuchten. Dies sind unsere Vorträge im Oktober:

 
Mythen und Legenden vom Spirituellen Kampf – der Gesang des Erhabenengöttliche vision krishnas

Wer sich heute mit dem Thema „Spiritualität“ beschäftigt, trifft oft auf die weit verbreitete Meinung, dass Spiritualität auf der einen Seite und Gewalt, Krieg oder Kampf auf der anderen Seite nichts miteinander zu tun haben.  Oft beruht diese Meinung auf einer sehr eindeutigen Wahrnehmung der Begriffe „Gewalt“, „Krieg“ oder „Kampf“. Einige neospiritualistische oder New-Age-Bewegungen sind sogar der Ansicht, alles entwickele sich von selber und der Mensch müsse nichts „tun“, nichts „wollen“ und nur darauf warten, dass der richtige Moment kommt, denn alles komme zu seiner Zeit „von selbst“. Im Gegenteil müsse man mit sich und der Welt im Frieden leben, sich von jeglicher Feindseligkeit fern halten, und alles so lieben wie es ist.

Diese sehr passive Haltung dem Leben und seinen Herausforderungen gegenüber steht im krassen Gegensatz zur Antiken Esoterischen Tradition, die wir in Ägypten, Indien, im Juden- und Christentum finden. Hier findet sich neben dem zweifelsohne immer vorhandenem mystischen lunaren Weg auch der Initiatische solare magische Weg, auf dem der Eingeweihte sein Schicksal bewusst und mit einer „kämpferischen“ Gesinnung in die eigenen Hände nimmt, die Waffen und Rüstung des Glaubens ergreift, um für sich und die anderen für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden zu „streiten“; um in einer Welt, die beherrscht wird von Unwissenheit, Hass und Begierde, eine übernatürliche, göttliche Weisheit und Liebe zu behaupten, sowie einen gesunden Abstand von den materiellen Bedürfnissen.

Eine Erkenntnis der Philosophen und Eingeweihten ist die folgende: die Qualität des eigenen und der anderen Leben ist erst dann und in dem Maße veränderbar, in dem sich die eigene Innerlichkeit den Idealen der Weisheit und Liebe entsprechend verändert. Dies ist der eigentliche Kampf des nach Erleuchtung, Vollendung und Erlösung Strebenden. In der Esoterischen Tradition wird er mit unterschiedlichen Mythen und Legenden beschrieben, die wir im Laufe unserer Vortragsreihe bis Dezember nun genauer betrachten wollen.

Der erste Vortrag unserer Reihe, beschäftigt sich im Besonderen mit der hinduistischen Tradition, und hier genauer mit dem „Gesang des Erhabenen„. Eine Schrift, die voller Symbolik, Schönheit und in bewegenden Bildern den Dialog des Gottsuchenden Arjuna mit Krishna, dem göttlichen Wagenlenker beschreibt, und den man zu recht als den zentralen Kern der Weisheitlichen Tradition Indiens betrachten kann.

Montag, 13. Oktober, 20.30h
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Der Weg zum Himmlischen JerusalemSpirito

Im Alten Testament gibt es viele mysteriöse Bücher, die wir aufgrund ihrer scheinbar grausamen und kriegerischen Beschreibungen in ihrer spirituellen Bedeutung und der Kraft ihrer geheimen Unterweisung unterschätzen und vielleicht missverstehen.

Das Buch Josua z.B. enthält eine detaillierte Beschreibung der Eroberung des Heiligen Landes, und jedes Detail, jeder Name enthält eine verschlüsselte Botschaft, die sich an unsere Innerlichkeit richtet. Diese Botschaft erinnert uns an den Kampf, der täglich in unserer Seele stattfindet und der uns, gut und aufrichtig geführt, zu dem ersehnten Ziel führen wird: „Jerusalem“.

Der Weg zum Himmlischen Jerusalem geht durch die Mitte unseres Herzens und erzählt von den Proben und Hindernissen, denen wir auf unserem spirituellen Weg begegnen. Jerusalem, „die Stadt des Friedens“, werden wir dann erreichen, wenn ihre 12 Tore zu einer Wirklichkeit unseres Wesens werden, die 12 Tugenden, die aus der Tiefe unseres Herzens wie ein einziger, funkelnder Diamant erstrahlen.

Montag, 27. Oktober, 20.30h