Den Abschluss unserer Themenreihe „Jenseits der Schwelle“ bildet das Thema Musik und Klang. Die Traditionen vieler Völker sprechen von einem schöpferischen Wort, also einem Klang, der am Anfang oder „Im Anfang“ alles Sein zur Erscheinung gebracht hat.

Auch in der modernen Wissenschaft ist der „Big Bang“, wie die Urknalltheorie zunächst spöttisch bezeichnet wurde, mittlerweile anerkannt, nachdem der Physiker und Theologe Georges Lemaître die Idee des singulären Punktes, aus dem heraus Raum, Zeit und Materie entstanden sind, 1927 erstmals aufgebracht hatte.

Ein Ton oder Klang erzeugt Schallwellen mit einer definierten Schwingung, die Materie nach bestimmten geometrischen Formen ordnet. Nach ihrem Entdecker spricht man heutzutage von chladnischen Klangfiguren. Die Erkenntnis, dass Klang Materie formt, wird heute in der Cymatic untersucht, aber tatsächlich reicht die Erkenntnis einer durch Klang geschaffenen Ordnung viel weiter zurück: bereits Kepler bezog sich in seiner Forschung auf diese „Harmonie der Sphären“, die lange vor ihm bereits Pythagoras beschrieben hatte, und die klaren mathematischen und geometrischen Gesetzen folgt. Und in der Tat kannten bereits die Ägypter die diatonische Tonleiter, bei denen Pythagoras gelernt hatte.

„Der Mensch ist eingetaucht in einen unermesslichen Ozean aus elektronischer und psychonischer Materie, der sich in beständiger Vibration oder Oszillation befindet, und da er aus der selben Essenz besteht, interagiert er mit dem Medium, in dem er lebt.“ (Alessandro Benassai, Die verborgene Seite der Musik)

Die Musikalität des Kosmos steht mit den feinstofflichen Zentren des Menschen in Verbindung. Eine musikalische Komposition kann einen dynamisierenden oder beruhigenden Einfluss auf Körper und Seele haben oder umgekehrt Dissonanzen und damit Störungen erzeugen.

„Die psychischen Zentren können mit geeigneten Melodien und Harmonien gestärkt werden, die zwar physische Schallmodulationen sind, sich aber im Bewusstsein des Menschen in seelische und spirituelle Modulationen verwandeln.“ (Tommaso Palamidessi, Trattato di Musica e Melurgia Archeosofica)