Das Studium der von den meisten Historikern und Archäologen akzeptierten Chronologie Ägyptens, beschrieben und verbreitet in zahlreichen Schulbüchern und in der entsprechenden wissenschaftlichen Literatur, legt den Bau der Großen Pyramiden auf die ersten Jahre der IV. Dynastie fest. In wenigen Jahrzehnten soll also die vielleicht größte Zivilisation aller Zeiten so großartige Bauwerke errichtet haben, die selbst mit unseren modernen und technisch hochentwickelten Möglichkeiten von heute nicht ausführbar wären.

Darüber hinaus wird Pharao Cheops die perfekteste Pyramide, das Zentrum der Mysterien des Alten Ägyptens, allein aufgrund eines in einer Kartusche gezeichneten Namens zugeschrieben, den man oberhalb der Königskammer in einer Wandmalung gefunden hat. Sein Aussehen ist hingegen völlig unbekannt, lediglich eine einzige Darstellung wird ihm zugeschrieben und auch die Dauer seines Reiches ist sehr unsicher und unter Gelehrten umstritten.

Genausowenig plausibel erscheint die Chronologie von Chephren und Mykerinos, die von Herodot zitiert werden, da Mykerinos, nach der Herrschaft seines Vaters und Onkels, erst nach ungefähr einhundert Jahren den Thron bestieg. Herodot spricht überdies nicht ein einziges Mal von der Sphinx, die zu seiner Zeit (etwa 484 v.Chr.) wohl schon vom Wüstensand verschluckt worden war. Der erste, der die Sphinx wieder erwähnt ist erst Plinius der Ältere um 23 n. Chr.

Oft sind das, was die damaligen Historienschreiber von den Ägyptern empfangen und in ihren Zeugnissen niedergeschrieben haben, Geschichten und Daten, die von der Macht der Symbole verhüllt und geschützt werden. Wenn man diese Überlieferungen buchstäblich versteht, dann verfälschen und verzerren sie die Wahrheit, die auf diese Weise geschützt werden sollte.

ChronologieSo bleibt der Bau der Pyramiden durch die Ägypter bis heute ein großes Mysterium. Diese zyklopischen Monumente wurden mit Entschiedenheit und Kompetenz erdacht. Sie wurden gewollt und verwirklicht, und dies setzt eine Erfahrung und eine Weisheit voraus, die nicht zufällig entstehen kann und schon gar nicht aus dem Nichts heraus im Laufe weniger Jahre. Um dies zu erklären, müssen wir eine von den ägyptischen Priestern ererbte, traditionelle Kenntnis annehmen, die dem Volk verborgen blieb, wie Diodor von Sizilien bestätigt: „Es war den Priestern verboten, die genaue Kenntnis, derer sie teilhaft geworden waren, weiterzugeben.“

Vielleicht, wenn wir uns der symbolischen Sprache aus Zahlen und Geometrie öffneten, die dem Alten Ägyptern und ihren Priestern so wichtig waren, dann könnten wir zumindest versuchen ihre Mysterien zu verstehen.

Montag, 14. März 2016, 20.00h bei uns in der Münsterstrasse

Eintritt frei